Alpenüberquerung "Vom Tegernsee zum Gardasee" 2006

Bericht von Ottmar über die Alpenüberquerung des RSV Ingelheim-Heidesheimvom 29.Juni bis 02. Juli 2006:
Donnerstag, 29.Juni: Bad Wiessee-Sterzing

9.00 Uhr: Vor dem Hotel Wittelsbach in Bad Wiessee klicken Schuhplatten in die Pedale, ein paar lockere Sprüche und fast ist alles wie sonst auf einer normalen Trainingsrunde mit den Rennrädern. Aber nur fast. Vor uns liegen vier Tage sportlicher Herausforderungen, abwechslungsreiches Alpenpanorama, Genussradeln gepaart mit ordentlichen Quäl-Dich-Einheiten. Wir radeln über die Alpen!
Zusammen mit einem befreundeten Verein, dem RTF-Koblenz, sind wir insgesamt 15 Teilnehmer. Am Vorabend stellt uns Britta, unsere Guide vom ULPbike-Team, die Strecken-Alternativen vor. Nachdenklich bilden sich zwei Gruppen mit jeweils einem Guide.
Gruppe A fährt die etwas ambitioniertere Strecke, daher A, Gruppe B die etwas "bequemere" Route, daher B.
Unser Gepäck wird im Begleifahrzeug befördert, ebenso gibt es Verpflegungsergänzung unterwegs.
Es geht von Bad Wiessee über Bad Tölz, Sylvensteinsee vorbei am Achensee, durchs Inntal und über die alte Römerstrasse zum Bennerpass nach Sterzing.
Ab elf Uhr gießt es. Wir merken uns die Orte Lans, Patsch und Pfons, sollte die Gruppe auseinanderreißen. Ein liebes Gerücht geht um: hinter dem Pass scheint die Sonne! Der alte Brennerpass bietet wenig zum verweilen. Dazu das Siffwetter. Wir machen nur kurze Pause und düsen hinab ins tatsächlich sonnige Sterzing. Das Hotel liegt inmitten des alten Ortskerns. Material und Körper werden gründlich gereinigt. Welche Wohltat. Ordentliche Regeneration ist angesagt: morgen warten Jaufenpass und Gampenjoch auf uns.

Freitag, 30.Juni: Sterzing-Tramin

Quasi hinter der Haustür beginnt der Anstieg zum Jaufenpass. Bei angenehmen Steigungswerten pendelt sich jeder auf seinen Rhythmus ein. In 2094m Passhöhe klicken die Kameras fürs Familienalbum. Nach der Arbeit das Vergnügen: die Abfahrt hinunter nach St.Leonhard ist ein echtes Schmankerl. Wir bauen 1400 Höhenmeter ab. Mollig warm ist es jetzt hier unten. Wir kurbeln weiter nach Meran. Brav schieben wir unsere Rädchen über die mondäne Promenade und möchten keinesfalls mit den Normal-Touris tauschen. Ein kleines Picknick, Bidons werden gefüllt und auf geht's zum Gampenjoch in 1512m. Über Fondo erreichen wir die Mendelpasshöhe. Wir genießen die Panorama-Aussicht und tauchen hinein ins landschaftlich wunderschöne Etschtal mit seiner berühmten Weinkultur. Links wandert der Kalterer See vorbei. Hochstimmung im Team. Wir erreichen unser Hotel in Tramin pünktlich zum Anpfiff Deutschland-Argentinien. Der Flüssigkeitsverlust der Etappe wird heute ganz besonders sorgfältig aufgefüllt!

Samstag, 1.Juli: Tramin - Campo Lomaso

Unsere letzte Hauptetappe. Es gibt reichlich Rennatmosphäre. Zeitgleich mit uns startet die Jeantex-Transalp ihre letzte Etappe von Kaltern nach Riva. Den Mendelpass "genieáen" wir jetzt in umgekehrter Richtung. Vor uns liegt das Panorama der Brenta-Gruppe. Die phantastische Szenerie begleitet uns beim Aufstieg nach Madonna di Campiglio. Unsere Herberge Campo Lomaso wartet auf mit erstklassigem, historischem Ambiente. Im stilvollen Park des Anwesens r„keln sich die Radler. Wir haben es geschafft!

Sonntag, 2.Juli: Tour d'Honneur nach Riva

Gruppe A und Gruppe B starten lustig vereint in den Morgen Richtung Riva. Leicht gedämpft wird das fröhliche Schnattern im Feld nur durch den leichten Anstieg zum M.Ballino. Ein besonderes Landschafts-Juwel, der kleine Lago di Tenno, veranlasst uns zur Pause. Den letzten Genuá-Abstieg unserer Reise hinunter zum Gardasee möchten wir in die Länge ziehen. An der Hafenpromenade von Riva stoßen wir an mit Sekt, tauschen Renntrikot mit Badehose und sind einfach nur bester Stimmung.

Fazit: 5 Pässe, 470km, 7750 Höhenmeter, 20 Stunden im Sattel.

Info:
http://www.ulpbike.de/
http://www.rtf-koblenz.de